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Underneath the Cenotaph (German translation)

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German translation

Unterhalb des Grabmals

Leblos und säuerlich von Tod und Verhängnis
Im Lehm meines Grabs möge nicht eine Blume blühen
Nichts als Tod möge in dieser Erde verweilen,
in diesem meinem Weg zur anderen Seite
 
Und so schließe ich meine Augen...
 
Und durch die Tunnel,1 die entflammte Dunkelheit,
ich schreite durch Naamah, Königin der Durchgänge2
Die Kiefer ihrer Dunkelheit, sie schlemmen an meinen Augen,
während das Letzte der irdischen Lichter flackert und stirbt
 
Schwarz sind die Träume auf dem Steinbett,
denn kein Sonnenlicht möge zum Reich der Toten reichen,
während ich durch Tunnel und geschwärzte Klüfte reise,
in den Reichen des entfesselten Tods
 
Unterhalb des Grabmals3
 
Enthüllungen enthüllt durch dämmrige Trance
Schatten von Dämonen tanzen in Grüften
Leuchtende Zeichen unmöglicher Form
Ich reise tief, keine Rückkehr, kein Entkommen
 
Bestaunenswerte, gedeihende Wunder dunkelster Art
Ich falle auf meine Knie und betrachte, während ich
die Zungen der Uralten höre, verdammt und entbrannt,
sprechsingend im Wahnsinn...
 
Näher und näher, die Flammen streben höher
Feuerprobe! Feuerprobe!
Verschmelzung von Hohem und Niedrigem
Hand in Hand mit den Verdammten gehe ich
Ein Tanz in Schatten...
 
Die brennenden Ängste der Welt darunter,
am Ende jener schlangenartigen Spuren,
sind die selben, die dieses Herz geschmiedet haben,4
und so obsiegt meine Geburt durch den Tod
 
Dunkel sind die Träume auf dem Steinbett,
denn kein Sonnenlicht möge zum Reich der Toden reichen,
In Flammen möge ich letztendlich entstehen
Mit Feuer bin ich eins
Unterhalb des Grabmals
 
  • 1. Die Tunnel bzw. Durchgänge beziehen sich wahrscheinlich auf eine kliffoth-kabbalistische Ausdrucksweise, bei der sie bestimmte Verbindungen zwischen den Sephirot bezeichnen. Kenne mich damit selber nicht wirklich aus.
  • 2. "Naamah" ist in jüdischer Mythologie eine der Töchter von Lilith und repräsentiert den Quliphot, der dem Sephiroth Malkuth (i.e. der physischen Welt) entspricht. Laut dem chaos-gnostischen Buch Liber Azerate (schwedische Version Seite 57) stellt sie somit die Torwächterin zur physischen Welt dar und lässt die anderen Qliphot dorthin durchdringen - hier funktioniert es in die umgekehrte Richtung.
    Außerdem kann man sie in einem Punkt mit Hel vergleichen, der Hüterin des Totenreichs in germanischer Mythologie - auch jene ist Tochter einer der wichtigsten weiblichen chthonischen Gottheiten ihrer Mythologie, nämlich von Gullveig. Da Vexior von der Band Arckanum ebenjenen Vergleich in einem seiner Bücher zieht und er den Bandmitgliedern von Watain wahrscheinlich persönlich bekannt ist, kann ich mir vorstellen, dass auf eben diese Gleichsetzung hier Bezug genommen wurde
  • 3. Ein "cenotaph" ist ein Gedenkstein oder ähnliches, der sich nicht am selben Ort befindet wie der Leichnam. Dies ist hier insofern von Bedeutung, da es hier nicht darum geht, sich in die physische Erde zu begeben, sondern in ein Jenseits außerhalb der physischen Welt (danke an Stellarvore auf Genius.com für diesen Hinweis)
  • 4. Hier findet sich eine deutliche Bezugnahme auf die gnostischen Ansichten der Band. Diese implizieren, dass man eigentlich gar nicht aus dem Kosmos stammt und es sich zum Ziel machen sollte, diesen wieder zu verlassen. Dieser Absatz erinnert mich besonders stark an Vexiors oben erwähnte Schriften, seine Darstellung der germanischen Unterweltkonzepte mit ihren gewundenen Flüssen, die dem Chaos entspringen (und somit auch dorthin zurückführen)
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Submitted by Sciera on Mon, 04/07/2016 - 18:20
Last edited by Sciera on Sat, 06/08/2016 - 10:06
English

Underneath the Cenotaph

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Comments
DarkFlame    Thu, 21/07/2016 - 15:39

Klingt sehr stimmig.
Ich würde lediglich noch ein paar Kommata und Punkte setzen, dann ist alles abgerundet.

Sciera    Thu, 21/07/2016 - 16:52

Danke.
Ich find keine fehlenden Kommas. Über fehlende Punkte kann man sich streiten; im Booklet sind die hauptsächlich wegen der absatzlosen Formatierung zu finden, und ich halte Punkte ansonsten in Liedtexten eigentlich für überflüssig und eher unschön.
Nun, wenn schon wer meine Übersetzung durchliest: Bei dieser hier sind die Interpretationen mal ausnahmsweise wirklich reine Raterei, besonders das mit Naamah ist komplett geraten.

DarkFlame    Thu, 21/07/2016 - 17:31

Ich meinte eher Kommas/oder Punkte, je nach Belieben. Wenn du sie beide eher als störend empfindest ist das vollkommen okay, der Sinn erschließt sich ohnehin.

Zu deinem Punkt mit Naamah finde ich deinen Vergleich mit Hel (müsste im Gulveigarbok erwähnt worden sein) sehr stimmig. Da Set (Gitarrist von Watain) bei mindestens einem Song von Arckanum beteiligt war werden die sich in der Tat kennen und auch ideologisch nahe stehen.

Sciera    Thu, 21/07/2016 - 18:46

Genau, dort wird es erwähnt, das Lied ist aber ein paar Jährchen älter.
Dass sie sich ideologisch nahestehen keine Frage, aber wie gut man sich dann persönlich kennt, weiß ich halt nicht, und das ist ein wirklich spezielles Detail; hätte ich das Gullveigarbók nicht grad erst gelesen, wär mir das kaum aufgefallen, Naamah wird dort nur in einem kurzen Absatz genannt.

DarkFlame    Thu, 21/07/2016 - 20:00

Das war dann ja eine glückliche Fügung, manchmal gibt es wirklich kuriose Zufälle im Leben.
Hast du es denn im Original zu Hause?
Hab leider keines ergattern können und es mir selber ausgedruckt um es zumindest studieren zu können.
Dass PanParadox auch sehr lesenswert ist wirst du sicherlich wissen. Wink smile

Sciera    Thu, 21/07/2016 - 21:19

Nein, ich hab auch nur ein PDF. Panparadox hab ich noch nicht durchgelesen, ist aber natürlich geplant.

DarkFlame    Sat, 23/07/2016 - 20:10

Wird dir sicher gefallen. Vexior arbeitet seit Jahren an einem dritten Band (URAM), aber der liegt wohl zur Zeit auf Eis da er ein Studium in nordischer Sprache aufgenommen hat wie ich irgendwo mal gelesen hatte.

Sciera    Sat, 23/07/2016 - 20:46

Ich hatte auf seiner Webseite oder so gelesen, dachte ich, dass er solch ein Studium bereits durchgeführt habe, aber vielleicht meinte er etwas anderes. Sein Altnordisch ist jedenfalls schonmal besser als meins (auch wenn er irgendnen Dialekt verwendet, was es schwierig zu verstehen macht, wenn man nur normalisiertes Altisländisch kann), obwohl ich ein paar kleinere Fehler in seinen Übersetzungen im Gullveigarbók bemerkt habe.

Hab nach einer kurzen Diskussion auf Genius.com nochmal nachrecherchiert und eine weitere, naheliegendere Erklärung für Naamah gefunden.

DarkFlame    Sat, 23/07/2016 - 21:46

Sollte ich es irgendwann noch einmal nach Schweden oder Norwegen schaffen werde ich vorher auch mindestens einen Sprachkurs belegen. Sind schon schöne Sprachen.

Welche Interpretation meinst du denn? Ind Bezug auf deine Übersetzung?

Sciera    Sat, 23/07/2016 - 21:57

Hab ich der Fußnote hinzugefügt. An der Übersetzung selbst hat sich nichts geändert.

Hab Schwedisch und Norwegisch im Übrigen nie wirklich gelernt, aber verstehe zumindest ersteres in geschriebener Form relativ problemlos mit Wörterbuch, da die Grammatik so simpel ist - aber wenn man nach Skandinavien reisen möchte, sollte man vielleicht besser auch die gesprochene Spache lernen, die Aussprache unterscheidet sich teils sehr von der Schreibweise.